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Grußwort anläßlich der Amtseinführung
von Pfarrer Theil am 16. Oktober 2005

Karl-Ernst Apfelbacher

Predigtarchiv

Verehrte Damen und Herren!

Lieber neuer Pfarrer in St. Ursula, lieber David Theil! 

Darf ich als Dein Vorgänger und bisheriger Pfarrer dieser Pfarrei sagen: Ich habe Dich in den vergangenen Jahren näher kennen gelernt. Ich freue mich, dass unser Herr Erzbischof Dich zum künftigen Pfarrer in St. Ursula bestellt hat. Ich gestehe: Das erleichtert mir den Abschied sehr. – Lass mich jetzt zwei Dinge sagen:

Erstens: Ich erinnere mich an drei Sätze, die mein Vorgänger Richard Lipold vor 21 Jahren, als ich an Deiner Stelle war und als Pfarrer eingeführt wurde, zu mir sagte. Sie gelten jetzt wieder. Ich möchte deshalb mit den Worten von damals jetzt auch zu Dir sagen. Erster Satz: „Du siehst, wie ich es gemacht habe. Jetzt bist Du der Pfarrer, jetzt bist Du dran, jetzt musst Du selber schauen, wie Du zurechtkommst.“ Lipolds zweiter Satz: „Du wirst mit dieser Pfarrei viel Freude haben.“ Und drittens: Pfarrer Lipold schloss seine Rede an die Gemeinde, die – nebenbei gesagt – damals, das ist jetzt nicht so, viel konflikthafte Unruhe auszuhalten hatte: „Oiso – halt’s zam!“ – ins Hochdeutsche gewendet: „Also, haltet zusammen!“

Zweitens: In diesem Sommer haben wir, die Hauptamtlichen der Pfarrei, einen Ausflug nach Regensburg gemacht. Herr Pfarrer Schwaiger und Du, die regelmäßig Gottesdienste übernehmen, also dazu gehören, waren mit dabei. Ich habe – ohne Aufhebens – Dich, David, gebeten, mit mir im Dom nach dem Grab des heiligmäßigen Regensburger Bischof Johann Michael Sailer zu schauen – er starb 1832. Wir standen da – allein – in stiller Andacht. Ich war – wie kann ich sagen – irgendwie glücklich, und es war mir sehr wichtig, mit Dir zusammen da zu stehen – der scheidende und der ernannte Pfarrer in St. Ursula. Ich war bei den drei Sätzen von Bischof Sailer, die mir in meinem Leben und in der Seelsorge wichtig und wegweisend waren; ich habe sie Dir, David, auch schon einmal zitiert, und ich will sie jetzt noch einmal sagen: „Liebe die Menschen, wie sie sind!Verkünde ihnen die Barmherzigkeit Gottes!Stelle dich selber unter die Barmherzigkeit Gottes!“ Diese drei Sätze sind mir eine Art Lebensregel geworden, sie gaben mir – in allen Irritationen – immer wieder Trost und Zuversicht und Frieden. – Ich dachte, wie wir so dastanden an dem Grab, und mir war fast feierlich zu Mute: Ich möchte Dir wünschen – und jetzt wünsche ich es Dir, dass diese Sätze auch Dir gut tun werden und dass auch Du etwas damit anfangen kannst.

Gottes Segen und gute Wünsche, Dir Kollege Pfarrer David Theil, und Ihnen, der Pfarrgemeinde St. Ursula.